Armer Wicht

Auch mein Hund kriegte Herz vom Rind,
wie Alexander, unser Kind.
Schon war die gute Stimmung hin,
sein Stuhlgang wurde ziemlich dünn.

Worauf es Reis gab, Huhn und Fisch,
nur sanft gewürzt, von Herrchen’s Tisch
Gewissermaßen Top-Diät,
doch für das Hündchen war’s zu spät.

Es war gewohnt an Einerlei,
an Trockenfraß und Futterbrei.
Nun haben wir ihn, den Salat,
dank Fertigfutter. Wirklich schad‘.

Was dieser Hund zu lang genossen,
hat mit der Zeit den Darm verdrossen.
Trotzdem, das Tier es lebt – mit acht,
selbst wenn nur noch der Tierarzt lacht.

Ich weiß nicht mehr, was soll ich füttern,
was mir erspart, dabei zu zittern.
Um vier geh’n wir zum Vet’rinär,
Professor Doktor – irgendwer.

Denn was mich ungemein bedrückt,
ist, was den Hund im Bäuchlein zwickt.
Nicht Knochensplitter, nicht Gewürze,
was also sorgt für diese Fürze?

Ich sprech‘ noch mal mit meiner Mutter,
die meint, es kommt vom Trockenfutter.
Und auch von Menadion (K3),
das giftig sei, au wei, au wei.
Die hob, als Warnung, ihren Finger:
Pass auf, mein Sohn, die Trockendinger,
die passen zwar in Hundes Schlund,
doch weiter unten geht es rund.
Kein Darm der Welt hält das Zeug aus,
ich meine dauerhaft – ein Graus.
Bedenke stets, wie unser Vieh
gesund war – ohne Industrie.

Sag, waren uns’re Hunde doof,
die Kacke fraßen auf dem Hof?
Nein, dafür gab es einen Grund,
der hieß Gesundheit. Auch vom Hund.

Besonders „Äpfel“ von den Pferden
war’n himmlisch für den Hund auf Erden
Es gibt kein besseres Gemüse
für so ein Tier und seine Drüse.
Auch and’res gab’s aus der Natur,
zum Beispiel Quecke, und zwar pur.
Auch Schweinefutter aus den Trögen,
war immer schon, was Hunde mögen.

Hast Du, mein Sohn, total vergessen,
was diese allgemein so fressen?
Hier hast Du wirklich Mist gebaut
und Deinen „Max“ total versaut.

Was Wissenschaftler formulieren,
half, um den Hund zu ruinieren
Und dann die Sache mit dem Darm,
da wird mir wirklich kalt und warm.

Hier endet er, der „Arme Wicht“,
mit sehr viel Wahrheit – als Gedicht.
Für die, die sich im Markt befehden
und doch nur von Bilanzen reden.

Peter Grunert