DPW

Sie wissen nicht, was das ist? DPW steht für „Dried Poultry Waste“ und bedeutet getrockneter Hühnermist. Bis zu 40% davon im Futter bringt erstaunliche Ergebnisse, steht im „Handbook of Poultry Feed From Waste Processing and Use“, ein Buch von beträchtlichem Wert für das Nährstoffgewinnungs-Potenzial von Abfall. Wozu auch anderes zählt: Städtischer Müll, Gerbereiabfälle, Klärschlamm und andere Leckereien als Futtermittel- Zutaten bei der Geflügelproduktion – zunächst einmal dort. Die Verfütterung von Kot sei aber in Europa verboten, meinen Sie? Stimmt – derzeit. Hühnermist schmeckt aber den Tieren doch gar nicht? Auch der läßt sich geschmackskosmetisch verbessern, raten die Müllverwertungs-Autoren El Bushy und van der Poel. Jetzt haben Sie Angst um Ihren Hund oder Ihr Kätzchen? Das müssen Sie noch nicht. Aber ein bißchen aufpassen sollten Sie schon. Damit Ihnen nicht irgendwann ähnliches passiert wie beim sogenannten „Alleinfutter“. Wozu ich Ihnen eine Geschichte erzählen möchte, ohne genau zu wissen ob sie stimmt:

Vor über 50 Jahren trafen sich zwei wichtige Vertreter der Futtermittelindustrie – irgendwo. 0er eine war schlau, und der andere war oberschlau. Beide hatten eine Idee. Und die nannten sie superschlau.

Was wäre, meinten sie, wenn es uns gelänge, bedeutende Professoren zu den unsrigen zu machen oder, falls sie noch unbedeutend sein sollten, ihnen zu helfen, bedeutend zu werden. Mit einigem Geschick sollte das gelingen. Falls nicht, könnte man nachhelfen, zumal Professorenbezüge beklagenswert niedrig seien. Die Professoren würde man „Mietmäuler“ nennen – intern.

Fortan besuchten sie wichtige Hochschulen – zuerst in Amerika. Dort trugen sie ihre Idee vor: Mit Heimtieren ließe sich viel Geld verdienen, gäbe es da nicht ein Problem, das aus-geschaltet werden müsse – das der Fütterung. Es hielte viele Menschen davon ab, sich ei-nen Hund oder ein Kätzchen anzu-schaffen, weil niemand wüßte, wie man sie füttern soll. Sie selbst wüßten das auch nicht so genau, aber das sei unwichtig. Vorgesorgt hätten sie insoweit, als schon einige Psychologen bereit stünden, die Wichtigkeit der Mensch/Tier-Beziehungen zu verkünden, so daß der unbedingte Wunsch bei den Leuten entstehen müßte, ein Heimtier zu besitzen. Am besten einen Hund, da Hunde am meisten fressen. Auch Katzen seien interessant – Fische und Vögel kämen später dran.

Der Gedanke gefiel den Professoren. Man einigte sich auf Alleinfutter. 0er Begriff sei wichtig. Sie bekämen das schon irgendwie hin. Davon die obersten Behörden zu überzeugen, sei einfach: Geldsegen für viele, Arbeitsplätze, Parteispenden, Steuern aus verschiedenen Quellen, kurz: Manna für viele. Schließlich wüßten Professoren mehr von den Dingen als Beamte, da ohne Wissenschaft nichts ginge. Wenigstens das sei dort bekannt. Und so geschah es. Fortan wurden viele glücklich. Der Zoohandel florierte, man schrieb Bücher mit interessanten Formeln, über die selbst Tierärzte staunten, Verbände entstanden und sehr viele Hunde. „Alleinfutter“ wurde zum großen Geschäft. Eines das vielen schmeckte – Außer denen, die es fressen mußten.