Katzen: Alles klar?

Vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) befragte „Fachleute“ meinten, nicht Trockenfutter sei Ursache häufiger Harnwegerkrankungen bei Katzen, sondern die deklarationspflichtige „Rohasche“. Dazu Professor X – Veterinäruniversität Y: Die BMELV-Aussage sei nur eine Minimalaussage – Der „Rohaschegehalt“ erlaube allenfalls gewisse Rückschlüsse und keine Bewertung, zumal ungeklärt sei, welche Anteile davon verwertet würden und welche nicht. Zu viel davon könne dem Organismus durchaus schaden. Seine beiden Katzen würden von ihm bekocht. Unbeantwortet die Frage, ob Katzen nur von Professoren gehalten werden dürfen, weil § 2 Tierschutzgesetz Tierhalter zur artgerechten, d. h. gesunden Ernährung, verpflichtet und das Futtermittelrecht Tierschädigung und Verbrauchertäuschung durch „Alleinfutter“ verbietet.

Andere sehen das so: Katzen seien Schicksalskranke und litten schon immer an Struvit- und Oxalatsteinen im Harntrakt, ebenso wie wilde Löwen, Tiger, Leoparde, Ozelote, Servale und der fauchende Rest. Mutige Tierärzte behaupten, Harnwegerkrankungen seien Ursache von zirka 80% aller Todesfälle. Trockenfutter sei der Hauptverursacher. Ein befragter Fernsehtierarzt mit Produktwerbung im Hintergrund: Australische Wildkatzen verfügten über ein körpereigenes Recycling, das es ihnen ermöglicht, weitgehend auf Flüssigkeit zu verzichten, das sei wissenschaftlich belegt. Das Telefonat beendete der Hinweis, „australische Wildkatzen“ seien verwilderte Hauskatzen, die sich von Reptilien, Schlangen und Vögeln mit 70 – 80% Körperflüssigkeit ernähren, im Gegensatz zu 12% Restfeuchte in dem hinter ihm stehenden Müll mit 4% ausgezehrten, getrockneten Käfighennen in bunten Tüten.
Ein Zoo vermutete: Grund für die auch dort bemerkte Empfindlichkeit von Groß- und Kleinkatzen sei womöglich deren Herumliegen auf kalten Steinböden.