Antwort an den Deutschen Tierschutzbund

Die Antwort an den Deutschen Tierschutzbund

Peter Grunert – Uhlbergweg 13 – 73760 Ostfildern – 0711-415451 – O8.10.2007

Deutscher Tierschutzbund e.V.

Frau Dipl. Biologin B. Rempe

Baumschulallee 15

53115 Bonn

Fax: 0228-6049640

Ihr Schreiben vom 01.10.07 an Frau Anna Maria Schaub, Bergheim – Tierernährung und http://www.broeckchengesellschaft.de

Sehr geehrte Frau Rempe,

Frau Schaub hat mich gebeten, den o.a. Brief, den Sie ihr schrieben, zu beantworten. Dieser Bitte komme ich gern nach. Zeitgleich mit Ihnen erhielten Ihren und meinen Brief das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucher- u. Tierschutz (BMELV), sowie Prof. Dr. Ellen Kienzle, München.

Die Übermittlung der Briefe an das Bundesministerium erfolgte, nachdem der Deutsche Tierschutzbund durch Tierheime „Alleinfuttermittel“ in den Verkehr bringt, von Masterfoods Autos als Geschenke erhält und auch durch den Brief an Frau Schaub eine Nähe zur Futtermittelindustrie erkennen läßt, die nach allgemeinem Verständnis wenig mit Tierschutz zu tun hat.

Auch durch andere Aussagen in Ihrem Schreiben fühlt sich Frau Schaub vom Deutschen Tierschutzbund verdummt, u.a. durch den Hinweis, die erstmals bei „Google“ veröffentlichten Artikel seien an das Fachreferat des Deutschen Tierschutzbundes zur Prüfung weitergeleitet worden. Der letzte der Artikel, Lügen, Lügen, Lügen, erschien im März 2007. Der Deutsche Tierschutzbund gehörte zu den ersten, die auch diesen Beitrag erhielten, mit genügend Zeit, die dortigen Aussagen zu prüfen, statt besorgte Tierhalter damit hinzuhalten, man würde die Alleinfutterproblematik beobachten. Sollte Ihr Brief das Ergebnis der Beobachtungen sein, waren diese jämmerlich. Ihre Aussagen entsprechen überwiegend denen der Futtermittelindustrie, ergänzt um die unsinnige Empfehlung des Zufütterns, nachdem man auch beim Deutschen Tierschutzbund § 1 Futtermittelverordnung kennt: „Alleinfuttermittel sind Mischfuttermittel, die dazu bestimmt sind, allein den Nahrungsbedarf der Tiere zu decken“. Das tun die derzeitigen Produkte nicht, und nach Bekanntwerden der „Darmlüge“ taten sie es auch in den letzten 60 Jahren nicht. Dass diese Erkenntnisse die Wirtschaftsbeteiligten beunruhigen und problematisch werden könnten, ist bekannt. Unverständlich ist hingegen, auf welchen Ebenen diese Dinge verschwiegen werden, wobei sich besonders das BMELV hervortut.

Ihre Aussagen verwundern um so mehr, nachdem Frau Professor Kienzle offenkundig auch den Deutschen Tierschutzbund berät, u.a. mit der überraschenden Erkenntnis, dass eine Futterzusammensetzung „nach Gefühl“ zur Fehlernährung führen kann. Frau Professor Kienzle bitte ich auf diesem Wege, die folgende Frage zu beantworten: Werden aus dem Dickdarm von Hunden und Katzen bakteriell produzierte (synthetisierte) K-Vitamine resorbiert – und andere Vitamine? Eine Frage, die mit JA oder NEIN beantwortet werden kann und nun auf diesem Wege erfolgt – ebenso wie die Zusatzfrage: Vertritt die Professorin auch weiterhin Dritten gegenüber die Ansicht, meine Aussagen in „Dick und dünn I“ seien „ziemlich unsinnig“, wie sie einer Mannheimer Tierhalterin am 13.11.2006 schrieb, nachlesbar in „Dick und dünn II“. Auch die Frage läßt sich mit JA oder NEIN beantworten. Zurück zu Ihrem Brief:

Dass Sie sich – womöglich zur Aufrechterhaltung der Alleinfutter-Lüge – auf einen Hundefuttertest von TEST-Stiftung Warentest aus dem Jahre 1998 beziehen, worin von insgesamt 33 getesteten Alleinfuttermitteln nur ein Produkt als mangelhaft bezeichnet wurde, während die 32 anderen „insgesamt zufriedenstellend“ beurteilt wurden, läßt vermuten, dass der TEST von Stiftung Warentest in Heft 09/2006 vergessen werden soll. Das wird er schon deshalb nicht, weil er zu heiteren Betrachtungen Anlaß gab. Heute schon gerechnet?

Noch ein Wort zur „Pedigree-Initiative für die Natur des Hundes“ – ein für eine Hundefutter-Kampagne vorzüglicher Slogan, nachdem es in der Natur des Hundes liegt, zu fressen, und zwar möglichst viel. Allerdings hätte ich vom Zusatz „für glückliche Hunde“ abgesehen, nachdem wissenschaftlich ungeklärt ist, ob glückliche Hunde mehr fressen als unglückliche. Bleibt zu hoffen, dass die ausgewählte Jury führender Wissenschafter mit Herrn Wolfgang Apel auch solche Fragen klärt.

Dieser Tage erhielt ich ein Schreiben Ihres Bundesgeschäftsführers Herrn Schröder, mit dem Versuch, mich davon zu überzeugen, es handle sich bei der „Pedigree-Initiative“ um keine Werbemaßnahme von Masterfoods als Initiator der Kampagne. Herr Schröder ist Tierschützer, aber womöglich kein Betriebswirt.

Rückläufige Marktentwicklungen führten schon immer zu erhöhten Aktivitäten der hiervon Betroffenen. Die Hundepopulation ist aus verschiedenen Gründen rückläufig, eine Entwicklung, die der Deutsche Tierschutzbund begrüßen müßte, weil weniger Hunde weniger Leid bedeuten – auch weniger Leid durch Futtermittel. Schon deshalb gehört Herr Apel nicht in die Jury dieser Kampagne. Für einige Jurymitglieder gilt womöglich anderes. Falls es jedoch ein besonderes Anliegen des Deutschen Tierschutzbundes ist, dass immer weniger Hunde immer glücklicher werden, handelt es sich um ein Endzeitszenarium von hohem ethischen Wert. In diesem Fall korrigiere ich das Gesagte.

Auch das Wissen über Tierärzte ist beim Deutschen Tierschutzbund unzureichend, was angesichts Ihrer sonstigen Aussagen nicht wundert – oder hat man auch hier nicht aufgepaßt, was Ihnen Frau Professor Kienzle sagte? Meinten Sie mit „Tierarzt“ den gewöhnlichen Tierarzt? Dem man schon im Studium eingebläut hat, was er empfehlen soll:“Alleinfutter“! Oder meinten Sie etwa den Ernährungsberater für Kleintiere, mit einem 2-jährigen Weiterbildungsgang – zusätzlich? Oder gar den „Fachtierarzt für Tierernährung“, mit einem 4-jährigen Zusatzstudium zum normalen Studium der Tiermedizin? Ohne zu wissen, ob Sie nicht an einen geraten, der das gleiche verkauft wie alle anderen: Alleinfutter – das dort „Diätfutter“ heißt. Ohne das kaum ein Tierarzt leben kann, wie bei ARD-PLUSMINUS eine Tierärztin berichtete, die den Zirkus nicht mehr ertragen konnte und aufgab.

Falls der Deutsche Tierschutzbund aber dennoch nicht damit aufhören möchte, den Leuten Unfug zu erzählten, mischen Sie ihn wenigsten mit einigen nützlichen Tipps: Wie Sie den Kalorienbedarf eines Haushundes errechnen, wissen Sie, wenn Sie die Anlage genau lesen. Hubertus Primus, TEST Stiftung Warentest beantwortet gern weitergehende Fragen. Verbleiben danach noch Unklarheiten, lesen Sie, was Frau Professor Ellen Kienzle schreibt. Wie das Körpergewicht eines Hundes in metabolische Lebendmasse (LM) umgerechnet wird, müssen Sie wissen, sonst verstehen Sie das Folgende nicht, was der Deutsche Tierschutzbund Hundehaltern sagen sollte, die ihren Hund „bekochen“ wollen, beschränkt auf den Vitaminbedarf pro kg LM/Tag. Den Rest besorgen Sie sich bitte selbst und: Vergessen Sie nicht, auch künftig vor Zwiebeln zu warnen!

Vitamin A 75 IE / Vitamin D 10 IE / Vitamin E 0,5 IE, Vitamin B1 20 ug, Vitamin B2 50 ug, Vitamin B6 20 ug, Vitamin 812 0,5 ug, Nikotinsäure 200 ug Pantothensäure 200 ug, Folsäure 4ug, Vitamin H 2ug, Kalzium 100 mg, Phosphor 75 mg, Magnesium 15 mg, Natrium 50 mg, Kalium 55 mg, Eisen 1,4 mg, Kupfer 0,1 mg, Zink 0,9 mg, Mangan 0,07 mg, Jod 0,015 mg, Selen 0,0025 mg.

Sehen Sie, so einfach ist es, einen Hund zu füttern – oder eine Katze, wenn „Alleinfutter“ keines ist und Selberkochen nicht gewünscht wird.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Grunert

C: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Bonn, Herren Dr. Peter-sen, Dr. Klemm, als weitere Erinnerung zu Anfragen zum Dickdarmgeschehen bei Hunden und Katzen – Fax: 01888529-4221.

B: Frau Professor Dr. Ellen Kienzle, Maximilians-Universität, Tierernährung und Diätetik, München, mit Dank für die Beantwortung meiner beiden Fragen – Fax: 089-218078702.

A: Schreiben Tierschutzbund an A. M. Schaub sowie „Heute schon gerechnet?“