E. Stauber – 13 Jahre später

„Die Kenntnisse im Bereich der Ziervogelhaltung haben schnell zugenommen. Weltweit sind am Bedarf orientierte Mischfuttermittel, welche die traditionellen Saatenmischungen hinsichtlich ihres Nährstoffgehaltes weit übertreffen, verfügbar“. Mit diesen Aufsehen erregenden Worten eröffnete E. Stauber seinen Vortrag auf dem „Ersten Internationalen Symposium für Ziervogel-Ernährung“, das vom 3. bis 4. Oktober 1997 in den Räumen des Instituts für Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover stattfand. Beschäftigt war E. Stauber zu dieser Zeit am College of Veterinary Medicine der Washington State University, USA. E. Stauber war einer von 45 Rednern, die mit ihren Vorträgen die Zuhörer beeindruckten:

„Trotz dieser Fortschritte ist eine Mangel- bzw. Fehlernährung weiterhin einer der wichtigsten Faktoren, die zu Erkrankungen und Störungen des Wohlbefindens von * Ziervögeln führen. Die Gründe für andauernde Schwierigkeiten in der Ziervogelhaltung sind vielfältig und deshalb nicht leicht zu beheben“. Anmerkung: Eine richtige Aussage. Allerdings brauchte E. Stauber dafür nicht unbedingt aus Amerika einzufliegen.

Auch die folgenden Punkte schienen E. Stauber stark beschäftigt zu haben:

A „Besitzer, Züchter und Händler bevorzugen Saatenmischungen, weil diese preiswert, einfach zu lagern, bequem sind und gut aufgenommen werden. Viele sind sich der hierbei möglichen Nährstoffmängel nicht bewusst“. Anmerkung: Diese Aussagen stimmen, leider versäumte E. Stauber darauf hinzuweisen, dass sich daran auch künftig nichts ändern wird, weil auch Tierärzte leben wollen.

B „Ziervögel bevorzugen häufig die ihnen vertrauten Saatenmischungen gegenüber neuen Futtermitteln und sind in der Lage, ihre Besitzer durch ihr Verhalten davon zu überzeugen, dass sie kein anderes Futtermittel außer Saaten benötigen“. Anmerkung: Dazu vergaß E. Stauber den bedeutsamen Hinweis, dass es sich um ein Verständigungsproblem handelt, woran auch „Sprechperlen“ nichts ändern werden. Quelle: www.broeckchengesellschaft.de im Beitrag „Acetylcholin, oder das Wunder sprechender Undulate“.

C „Tierärzte haben zum Teil keine ausreichende ernährungswissenschaftliche Ausbildung, erkennen fütterungsbedingte Störungen und Krankheiten nicht, und sind deshalb nicht in der Lage, ihre Besitzer von der Bedeutung einer bedarfsorientierten Ernährung zu Überzeugung“. Anmerkung: Die Aussage „zum Teil“ ist irreführend. Richtig ist mehrheitlich und betrifft nicht nur die Ernährung von Ziervögeln. Quelle: www. broeckchengesellschaft.de im Beitrag „Heute schon gerechnet?“.

D „Wissenschaftliche Untersuchungen sind aufgrund der großen Speziesunterschiede und der Beschränkung auf Experimente am lebenden Tier schwierig. Futtermittel für Ziervögel waren nie Haupteinnahmequelle für bedeutende industrielle Mischfutterhersteller, und eine entsprechende Werbung im großen Maßstab wird nicht betrieben“. Anmerkung: Schade dass E. Stauber auch hier Wichtiges unterschlug: Tierfutter interessiert nur, wenn es Geld bringt. Wer forscht, wie und wonach, ist bis heute ungeklärt. Gäbe es sonst „Alleinfutter“, mit dem man seit 50 Jahren Mensch und Tier belügt?

Die folgenden Aussagen von E. Stauber sind seinem Vortrag auszugsweise entnommen: „Zur Überwindung dieser insgesamt noch unbefriedigenden Situation, was die Ernährung für Ziervögel betrifft, sind fokussierte und anhaltende erzieherische Anstrengungen erforderlich“. Anmerkung: Erzieherische Maßnahmen setzen zwei Dinge voraus: Menschen, die erziehen und Menschen, die erzogen werden können – Mit schlechten Aussichten. Quelle: www. broeckchengesellschaft.de im Beitrag „Karl Jaspers“ – „Als Konsequenz steigt die Nachfrage nach echten Alleinfuttermitteln. Entsprechende Mischfuttermittel für Ziervögel sind immer häufiger in Zoohandlungen erhältlich und sind auch gefragt“. Anmerkung: Ein schwerer Irrtum von E. Stauber. Quelle: Öko-Test 06/2000. Dort wurden 17 „Alleinfuttermittel für Wellensittiche“ getestet – Von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. 16 davon waren keine!