D i c k u n d d ü n n (I)

Dass der Nahrungsbrei im Dünndarm dünnflüssig ist, wissen Sie. Dass dort -und nur dort – die Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden und in die Blutbahn gelangen, wissen Sie auch. Bei Ihrem Hund ist das genauso. Durch wellenförmige Bewegung der Därme gelangt der Nahrungsbrei Richtung Körperausgang. Eine andere Richtung ist nicht vorgesehen, auch nicht bei Ihrem Hund. Auf diese Weise kommt der Nahrungsbrei vom Dünndarm in den Dickdarm. Dort wird der Nahrungsbrei eingedickt. Dies geschieht dadurch, dass dem Nahrungsbrei im Dickdarm Flüssigkeit und Elektrolyte entzogen werden – sonst nichts! Dafür sorgt die Dickdarmschranke. Bevor die Flüssigkeit in den Körper zurück darf, wird sie gereinigt. Dies erfolgt in einem Membransystem, ähnlich wie in einer Kläranlage. Was im Dickdarm verbleibt, verlässt den Körper hinten.

Futtermittelhersteller und ihre wissenschaftlichen Berater auf Hochschulen sehen das gelegentlich anders. Beharrlich vertreten einige darunter die Ansicht, im Dickdarm bakteriell gebildete Menachinone (= Vitamin K2) würden nützen, weil sie aus dem Dickdarm resorbiert würden. Auf diesen Irrglauben angesprochen schweigt man und verweigert den Dialog. Auch Humanmediziner schweigen; besonders die, die nicht wissen, was sie wissen sollten und was Darmspezialisten schon seit langem wissen:

Aus dem Dickdarm werden keine Vitamine resorbiert: weder beim Menschen noch beim Hund! Wenn Ärzte wichtige Körpervorgänge nicht kennen oder die Behandlung ihrer Patienten aufgrund falscher Annahmen von Körpervorgängen vornehmen, können sie ihren Patienten ernsthaft schaden – auch Hunden.

Wenn von Fachleuten auf Hochschulen beratene Futtermittelhersteller solche Dinge nicht wissen, fließt Unkenntnis in die dortigen Produkte ein. Verkauft man diese trotzdem als gesund, täuscht man Menschen und Hunde.

Peter Grunert 2004